Patientenumfrage in Niederösterreich
21.07.2009
Neu eröffnete Landapotheken oder ärztliche Hausapotheken: Welche Einrichtungen versorgen PatientInnen besser mit rezeptpflichtigen Medikamenten?Um dieser Frage nachzugehen, wurde von der Ärztekammer für Niederösterreich eine Patientenbefragung durchgeführt. Befragt wurden 120 PatientInnen von AllgemeinmedizinerInnen mit Kassenvertrag, die die Bewilligung zur Führung einer Hausapotheke verloren haben.
Die überwiegende Mehrheit der Befragten gab an, dass sich die Versorgung mit rezeptpflichtigen Medikamenten seit dem Wegfall der Hausapotheke verschlechtert hat.
Der Hintergrund:
Nach einer internen Erhebung der NÖ Ärztekammer sind mehr als 100 Hausapothekenstandorte in Niederösterreich aufgrund der aktuellen Gesetzeslage gefährdet. Hauptgrund ist eine Änderung des Apothekengesetzes vor einigen Jahren, wonach bei Übernahme von Landpraxen der Mindestabstand zur nächsten öffentlichen Apotheke für die Neubewilligung der Hausapotheke sechs Kilometer betragen muss. Dies wird dazu führen, dass zahlreiche ärztliche Hausapotheken bei Praxisübergabe nicht weiterbetrieben werden können, obwohl keine zusätzliche öffentliche Apotheke ihren Dienst aufnimmt. Niederösterreich ist durch die ländliche Struktur besonders stark betroffen. Hier sind aber auch deshalb viele Hausapotheken vorhanden, weil diese Praxen die medizinische Nahversorgung für die Bevölkerung überhaupt erst ermöglichen.