Diabetes Typ 2 Programm seit vier Jahren erfolgreich in Niederösterreich
11.11.2010
Utl.: Mehr als 4.000 Patienten in Niederösterreich nehmen an Therapie Aktiv teil
Knapp vier Jahre ist es her, dass die NÖ Ärztekammer, das Land NÖ und die NÖ Gebietskrankenkasse zunächst in der Modellregion Waldviertel das „Disease Management Programm Diabetes Mellitus Typ 2 – Therapie Aktiv“, kurz DMP DM 2, gestartet haben. Etwa zwei Jahre später erfolgte eine schrittweise Ausweitung auf das gesamte Bundesland Niederösterreich. Dr. Johann Jäger, Vizepräsident der NÖ Ärztekammer und Kurienobmann der niedergelassenen Ärzte, ist selbst Hausarzt und war einer der ersten Ärzte in Niederösterreich, die am Programm teilnahmen: „Mittlerweile sind mehr als 4.000 Diabetiker in das standardisierte Behandlungsprogramm eingeschrieben. Der eigentliche Vorteil für den Patienten liegt in der Behandlung beim Arzt seines Vertrauens in der Ordination. Früher mussten die Patienten für zwei Wochen ins Krankenhaus, um ihre Schulungen durchzuführen. Dabei wurden sie aus ihrer Umgebung herausgerissen und mit Wissen überfrachtet. Diese Art der Schulung ist nicht alltagstauglich. Die Folge war, dass die anschließende Umsetzung im Alltag oftmals scheiterte. Beim DMP DM 2 ist dies anders. Der Patient wird von seinem Hausarzt betreut. Er kann seinen Alltag wie gewohnt gestalten. Die langfristige und nachhaltige Lebensumstellung ist dadurch wesentlich erfolgreicher.“Unterbrechung des Programms brachte Optimierung im Ablauf
Doch der Weg zur jetzigen Situation war nicht einfach. Der Präsident der NÖ Ärztekammer, Dr. Christoph Reisner, erklärt warum: „Im Herbst letzten Jahres hat sich der Vorstand der NÖ Ärztekammer gegen eine Weiterführung des Projektes entschieden, weil die Bedingungen reformbedürftig waren. Wir wollten ein Zeichen setzen, um lange geforderte Verbesserungen umzusetzen. Nach intensiven Verhandlungen ist es gelungen, einige unserer Vorschläge zu übernehmen und damit die Attraktivität des Programms zu erhöhen.“Schwerpunkt von Therapie Aktiv ist die strukturierte koordinierte Langzeitbetreuung. „Dazu kommt, dass die Patienten Ziel- und Kontrollvereinbarungen gemeinsam mit ihrem Arzt festlegen. Diese werden in regelmäßig festgelegten Abständen kontrolliert. Diese Elemente des Qualitätsmanagements tragen wesentlich zum Erfolg des Programms bei. Auch müssen bestimmte Untersuchungen in gewissen Abständen wiederholt werden. Damit können die betreuenden Ärzte den Krankheitsverlauf besser beobachten und evaluieren. Die Strukturiertheit des Programms soll sicherstellen, dass die an der chronischen Krankheit Diabetes Mellitus leidenden Patienten kontinuierlich betreut werden. Die Praxis zeigt uns, dass Therapie Aktiv die Betreuung des Diabetespatienten erleichtert, aber auch umgekehrt den Patienten die Therapie wesentlich erleichtert wird“, so Dr. Jäger abschießend. (bj)
Rückfragehinweis: Ärztekammer für NÖ, – Pressestelle, Mag. Birgit Jung, Tel. 01/53 751-623, presse@arztnoe.at, www.arztnoe.at
Wien, 11. November 2010