Ärzte schützen das Klima

20.03.2013

Klima Schütz Initiative

 

Wenn Pharmareferenten mit Ärzten öfters telefonieren, statt sie zu besuchen, dann spart das österreichweit pro Jahr hunderte Tonnen CO2. Das Projekt "KLIMA SCHÜTZ INITIATIVE" beweist: Es funktioniert!

Das "Nullergebnis" von Kopenhagen war ein schwerer Fehler, auch der Klimagipfel in Cancún hat keine einzige Tonne CO2 eingespart. Weltweit steigt der Kohlendioxid-Ausstoß massiv, weil Schwellenländer wie China, Russland, Indien und Brasilien wirtschaftlich stark aufholen und der so genannte "Westen" nicht bereit ist, seinen CO2-Ausstoß zu senken.

Im Gegenteil: Es wird produziert auf "Teufel komm´ raus" und der motorisierte Individualverkehr, onomatopoetisch-olfaktorisch kurz MIV genannt, ist weltweit auf der Überholspur - und zieht eine CO2-Fahne an Problemen hinter sich her, die uns alle mehr und mehr belasten. Und ob die nächste Konferenz Ende 2011 im südafrikanischen Durban einen Durchbruch bringen wird, darf bezweifelt werden. Und so vergeht wieder ein Jahr, in dem nichts passiert.

Telefonieren statt Autofahren

Zum Glück ergreifen zunehmend NGOs und Private, aber auch einzelne Wirtschaftszweige wie Freiberufler die Initiative. Eines dieser Vorzeigeprojekte heißt "KLIMA SCHÜTZ INITIATVE", ist auf Ärzte und Pharmareferenten zugeschnitten und funktioniert ganz einfach:
Telefonieren vermeidet CO2. Viele Pharmareferentenbesuche sind wichtig, aber auch kostbar - und umweltbelastend. Angenommen ein durchschnittlicher Außendienstbesuch "kostet" zehn Kilometer, so werden dabei in etwa zwei Kilogramm CO2 produziert. Bei 1500 Arztbesuchen pro Pharmareferent und Jahr sind das bereits drei Tonnen. Bei 1500 Pharmareferenten und 2,25 Millionen Arztbesuchen ergibt das 4500 Tonnen CO2 jährlich.

Dabei sind viele Informationen am Telefon ebenso möglich! Wenn nur ein Fünftel dieser Besuche durch Telefonate ersetzt wird, ersparen Ärzte und Pharmareferenten Österreichs Luft bereits 900 Tonnen CO2-Belastung. Scheinbar eine Milchmädchenrechnung - und trotzdem eine richtige!

Doch nicht nur der Umweltschutzgedanke zählt. Auch die Möglichkeit, diese Informationsgespräche zu einem passenden Zeitpunkt zu führen. Bei den meisten Ärzten gibt es Telefontermine für ein längeres Gespräch. Hier ist die Ordinationshilfe ein wahrer Engel, indem sie hilft, einen idealen Termin zu finden. Bei Kurzinformationen ist dies meist auch während der Ordinationszeit möglich. Und schriftliche Informationen werden per Mail übermittelt. Mit einem Wort: Klimaschutz gepaart mit praktischem Komfortgewinn.

Win-win-win-Situation

Das ergibt eine Win-win-win-Situation für alle: Ärzte, Pharmareferenten und die Umwelt. Durch Zeit-, Kosten- und Schadstoffeinsparung profitieren alle Beteiligten. So sind Pharmareferenten am Telefon keinesfalls mehr "ungebetene Gäste", die eventuell den geregelten Ordinationsablauf unterbrechen, denn: Telefongespräche sind jederzeit möglich. So helfen Ärzte und Pharmareferenten mit, die Lebensgrundlagen, die Schöpfung zu bewahren und damit die Gesundheit der Menschen zu schützen, was durchaus dem Hippokratischen Eid entspricht.

”Eine großartige Sache”

IM GESPRÄCH
Dr. Armin Reischl
Praktischer Arzt in Ort im Innkreis

Ärztekrone: "Kein face-to-face mit dem Pharmareferenten - geht da nicht etwas verloren?"

Dr. Reischl: "Entscheidend ist der persönliche Kontakt, das direkte Gespräch. Das muss unbedingt erhalten bleiben."

Ärztekrone: "Reicht dafür der telefonische Kontakt aus?"

Dr. Reischl: "Es ist ja meist viel einfacher, wichtige Informationen am Telefon zu bekommen! Erstens erhalte ich sie rascher, zweitens werden meine Patienten nicht ungeduldig und ich kann, wenn nötig, meine Fragen auch gleich direkt stellen. Da ist kein Unterschied, ob er mir gegenüber sitzt oder ob wir miteinander telefonieren."

Ärztekrone: "Worauf legen Sie besonderen Wert?"

Dr. Reischl: "Voraussetzung ist auf jeden Fall ein gut ausgebildeter Pharmareferent am Telefon. Und den Zeitpunkt wähle ich, wenn es mir gerade passt! Eine großartige Sache!"

Wissen: CO2

Kohlenstoffdioxid, ein wichtiges Treibhausgas, ist ein natürlicher Bestandteil der Luft, wo es in einer mittleren Konzentration von 0,038 Vol% (380ppm) vorkommt. Es entsteht sowohl bei der vollständigen Verbrennung von kohlenstoffhaltigen Substanzen unter ausreichender Sauerstoffzufuhr als auch im Organismus von Lebewesen als Kuppelprodukt der Zellatmung. Pflanzen, manche Bakterien und Archaeen wandeln Kohlenstoffdioxid durch Fixierung in Biomasse um. Bei der Photosynthese entsteht aus anorganischem Kohlenstoffdioxid und Wasser Glucose. Kohlenstoffdioxid ist ein wichtiger Bestandteil des globalen Kohlenstoffzyklus. Kohlenstoffdioxid ist nicht giftig, kann aber bei zu hohen Konzentrationen zum Tod durch Ersticken führen.